Klasse Rasse!: Das Fjordpferd de

Siegeszug der kleinen Wikinger

Button zur Klasse Rasse!-SerieDas Fjordpferd trägt viele Namen. Fjording und Fjordhest wird es in seiner Heimat genannt, während wir Deutschen die offizielle Form „Norwegisches Fjordpferd“ gerne mit Norweger, Fjordpony, Fjordi und weiteren Spitznamen abkürzen.  Das kleine falbfarbene Robustpony wurde schon von den Wikingern geritten und erfreut sich noch heute wachsender Beliebtheit. Nun eröffnet Equine Blog mit dem nach seiner norwegischen Heimat auch „Westlandpferd“  genannten Pony die Beitragsreihe „Klasse Rasse!“, in der regelmäßig unterschiedlichste Pferderassen der Welt vorgestellt werden.

Das Fjordpferd gehört unverkennbar zu den Robustpferderassen, worauf neben der kompakten Statur mit häufig viel Mähne auch das urtümliche Aussehen mit Zebrabeinen und Aalstrich hinweisen. Seinen Ursprung hat es im Westen Norwegens, wo es zunächst von den Wikingern als Reit- und Arbeitspferd eingesetzt wurde. Mit ihren Eroberungen gelangte es nach Mitteleuropa, wo es zum Teil die damaligen Pferderassen beeinflusste, sich aber zunächst nicht durchsetzen konnte.

Zuchtgeschichte

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Seinen heutigen guten Ruf verdankt das Fjordpferd allerdings nicht nur seinen Vorfahren, die ihm bis heute Ausgeglichenheit, Genügsamkeit und Trittsicherheit geben, sondern auch den ab Mitte des 19. Jahrhunderts per staatlicher Verordnung eingekreuzten Döle-Hengsten, die sein Stockmaß von etwa 1,25 m  auf ein „reitbareres“ typisches Ponymaß erhöhten, das aber bis heute noch stark schwanken kann.

Seit 1886 dann, wurde die Rasse einer Bereinigung unterzogen, und seit dem rein gezüchtet. Es entwickelten sich hauptsächlich drei Stammlinien, die alle auf den Hengst NJÅL N 166 zurück gehen, und dem die Norweger ihr recht einheitliches Äußeres Verdanken. 1883 wurde das Norwegische Fjordpferd dann erstmals wieder als genügsames Arbeitspferd nach Deutschland importiert und profitierte von den mageren Jahren der Nachkriegszeit, in denen es sich vermehrt hier durchsetzen konnte.

Fjordpferde heute

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Heute wird das Fjordpferd jedoch lange nicht mehr als Arbeitspferd eingesetzt, nachdem es in den 60er Jahren wie viele Pferderassen zunächst beinahe komplett der Technisierung der Landwirtschaft zum Opfer gefallen wäre, schaffte es schließlich doch noch den Sprung in die Reiter- und vor allem Kinderherzen. Auch wenn es falsch wäre zu sagen, dass das Fjordpony ein reines Kinderpferd sei, so eignet es sich doch vor allem für jüngere oder unerfahrene Reiter bestens als Träger, denn seinen ausgeglichenen, ehrlichen Charakter hat es sich bis heute erhalten.

Mittlerweile ist das Fjordpferd also längst kein Spatenpony mehr, sondern wird vor allem als Freizeitpferd für jung und alt eingesetzt, nachdem es seine Vielseitigkeit auch in sportlichen Disziplinen wie der Dressur oder dem springen kleiner Hindernisparcours bewiesen hat. Und selbst in den Westernstil hat es Weltweit Einzug gehalten, wie die viele western gerittenen Fjordponys beweisen.

Exterieur

Die Norwegischen Fjordpferde sind ausschließlich Falben, wobei darunter fünf Töne unterschieden werden. Neben Grau- und Rotfalben ist am häufigsten der Braunfalbe vertreten, seltener gibt es Hell- und Gelbfalben. Allen Fjordpferden gemein ist das ursprüngliche Aussehen, welches das Alter dieser Pferderasse erahnen lässt. Neben Mehlmäulern und Zebrastreifen an den Beinen, ist es vor allem der ausgeprägte Aalstrich, der auch Pferdelaien einen Norweger schnell als solchen identifizieren lässt. Er zieht sich nicht nur über den Rücken, sondern setzt sich auch in Mähne und Schweif fort. Klassisch ist auch die zur Stehmähne gekürzten Haare, bei der das dunkle Haar des Aalstrichs ein wenig höher stehen gelassen wird als der Rest und sich dieses Merkmal so noch mehr abhebt.

Die breite Brust, ein kräftiger Rücken und eine insgesamt kräftige Erscheinung mit korrekten Gelenken macht das Fjordpferd auch für schwerere Reiter noch geeignet und schützt es vor Zuchtbedingten Belastungskrankheiten.

Mehr Fjordpferd

Mehr über den sympatischen Falben gibt es auf der Seite der Interessengemeinschaft Fjordpferd und in einem schönen Artikel auf den Seiten der FN.

Ein reich illustriertes Buch für den Einstieg in die “Fjrodpferdeliebe” ist im Cadmos Verlag unter dem Titel “Fjordpferde: Die Falben der Wikinger” erschienen.

In eigener Sache

Das war also der erste Artikel zur Serie “Klasse Rasse!”. Anregungen, Fragen und Wünsche für kommende Artikel werde ich gerne berücksichtigen und so würde ich mich sehr über euer Feedback freuen.

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4 Antworten auf Klasse Rasse!: Das Fjordpferd
  1. Kann man das Fjordpferd auch vor eine Kutsche spannen? Es sind ja traumhaft schöne Pferde

    • Salim

      Hallo Pferdenarr.

      Selbstvertsändlich kann man Fjordpferde vor eine Kutsche spannen. Das wird sogar sehr häufig getan, da sie sich auf Grund ihres Exterieurs und des ruhigen Wesens sehr gut als Kutschpferde eignen. Außerdem machen sie mit der zweifarbigen Mähne eben immer einen guten Eindruck ;)

      Gruß
      Salim

  2. Wir haben eine Bekannte, die Ihr Fjordpferd bis S-Dressur ausgebildet hat.

  3. Ein sehr schöner Blog – Gratulation. Die Menge an Infos und die Art der Darstellung gefallen mir sehr gut. Hab ich doch glatt mal ein Lesezeichen spendiert… Lieben Gruß

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