Ein Märchen wird wahr deen

Lilly und Tina leben Pferdefreundschaft

Die Liebe zum Pferd ist es, die bei Tina, 20 Jahre, im Mittelpunkt steht. Vor drei Jahren rettete sie eine alte Ponystute vor dem Schlachter und was darauf folgte klingt beinahe wie ein Pferdemärchen aus Kinderbüchern. Equine Blog hat sie von sich und ihrer Lilly erzählt.

Tina reitet von klein auf und hauptsächlich englisch, auch wenn sie die Westernreitweise bequemer und leichter findet, aber dazu fehlt ihr das passende Pferd. Ihre Ponystute Lilly ist nämlich schon 24 und nicht mehr reitbar, doch trotzdem holte sie sie vom Schlachter und bietet ihr ein liebevolles zu Hause.

Lillys Geschichte

Im Dezember 2009 besuchte Tina mit einer damaligen Bekannten einen Schul und Schlachtbetrieb für Pferde – was für eine Mischung! – denn Ihre Freundin wollte gerne einen Schutzhof gründen und nun ein Pferd ansehen, welches aus sehr schlechten Haltungsbedingungen gerettet wurde. Würde die Stute nicht verkauft, sollte sie bald dem Schlachter ins Auge sehen. Doch das was für die beiden dort aus der Box geholt wurde glich, so Tina, kaum noch einem Pferd. Mit eingefallenen Flanken, durchscheinenden Rippen und dem Hals wie ein Bettlaken lernten sie Lilly kennen und nahmen sie sofort mit sich nach Hause. Tina hatte 20€ zu dem Kauf hinzu getan, doch dass die ambitionierte Schutzhof-Gründerin es sich bald anders überlegen würde, und Tina mit dem Pferd sitzen lassen würde, konnte da noch keiner ahnen.

Doch so kam es, als Tinas Bekannte feststellte, dass sie wohl doch „keinen Bock auf ein altes, unreitbares Pferd“ habe und Tina von heute auf morgen zur unfreiwilligen Pferdebesitzerin wurde.  Besitzerin von einem Pferd, dem der Tierarzt aufgrund seines schlechten gesundheitlichen Zustandes und dem hohen Alter noch höchstens ein paar Monate Lebenszeit gab. Doch dank der Unterstützung durch Tinas Vater, durfte Lilly bleiben und von da an sollte alles besser werden.

Viel Arbeit und Liebe

Am Anfang sei es nicht einfach mit Lilly gewesen, erzählt Tina. Auch wenn sie die Stute heute nur mit dem Wort „treu“ beschreibt und erklärt sich immer auf sie verlassen zu können, war es bis dahin ein steiniger Weg. Lilly, die mit ihrem Fohlen vom Veterinäramt aus einer verdreckten Baracke geholt worden war, war extrem Kopfscheu. „Es war ein Wunder, dass wir das viel zu enge Schlachthalfter von ihr abbekamen.“, erklärt Tina und berichtet in der ersten Zeit vor allem geübt zu haben, das Halfter an und abzuziehen. Heute können vertraute Personen sie ohne Probleme am Kopf berühren.

Ein weiterer wichtiger Punkt war Lillys allgemeine Verfassung. Durch viel Futter und viel Bewegung erholte sich die alte Stute jedoch erstaunlich gut und ist heute wieder top fit. „Es gab höhen aber auch einige Tiefen; dennoch hat sie gekämpft und würde selbst mit ihren 24 Jahren noch so manches junge Pferd auf die Schippe nehmen.“

Auch wenn Lilly nicht mehr reitbar ist, ist Tina jeden Tag bei ihr. Die Hauptsache, sagt sie, ist das Lilly noch lebt. Nun geht sie mit ihr auch ohne Halfter und Strick spazieren, scheut nicht vor lauten LKW und klettert selbst Treppenstufen hinauf. Dieses Blinde Vertrauen, sagt Tina, habe sie nur dadurch gewinnen können, ihrer Stute immer den Rückhalt zu geben den sie brauchte. Genau so sei es mit ihrer Reitbeteiligung Jerome, der eigentlich nur sehr schwer Vertrauen fasse. Dabei setzt Tina unter anderem auf die Lehren von Pat Parelli. Für sie ist Partnerschaft und Liebe das wichtigste, von übermäßigem Druck und Ränkespielen hält sie nichts. „Keiner kann mir sagen‚ das geht nur wenn du ihm zeigst wer der Boss ist!‘, das sehe ich anders.“

Vielen Dank, Tina, dass du bei “Dein Pferd in meinem Blog” mitgemacht hast und an deiner spannenden Geschichte hast teilnehmen lassen. Ich wünsche dir und deiner Stute auch in Zukunft alles Gute.

Möchtest du auch über dich und dein Pferd berichten lassen?

Schau oben auf der Seite „Dein Pferd in meinem Blog“ und schick mir bei Interesse einfach eine E-Mail.

[fbshare][twitter]
3 Antworten auf Ein Märchen wird wahr
  1. Tina

    Der Artikel ist toll geworden. Danke Salim!

  2. Das ist ein sehr schöner Beitrag.

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *