Klasse Rasse!: Quarter Horse deen

Der Stern am Westernhimmel

Quarter HorseEs ist das Westernpferd schlechthin und mit 5,5 Millionen Exemplaren die weltweit verbreitetste Pferderasse. Das American Quarter Horse, wie sein voller Name lautet, vereint die Stärken vieler Rassen und entwickelte sich durch seine Nervenstärke vom Sport- und Arbeitspferd zum gefragten Freizeitpartner.

Aber fangen wir vorne an…

Pferde in Amerika

Als die spanischen Konquistadoren im 16. Jahrhundert das amerikanische Festland erreichten, waren Pferde dort ausgestorben. Doch mit der Eroberung des Kontinents, eroberte auch das Pferd die „neue Welt“ zurück. Zunächst waren dies natürlich die von den Entdeckern mitgebrachten spanischen Rassen, wie Berber und Iberer, die schon in ihrer Heimat unter anderem zum Vieh Hüten eingesetzt wurden. Doch mit den Engländern kehrte dann auch das Englische Vollblut ein, welches die iberischen Rassen verfeinerte und sportlicher machte.

Die amerikanischen Siedler brauchten bald ein Pferd, mit dem sie ihre tägliche Arbeit bestreiten und weiter gen Westen vorrücken konnten. Dieses musste also leistungswillig, fügsam und ausdauernd sein.  Auf der anderen Seite kamen aber auch Pferderennen  auf der Dorfstraße in Mode; jene Viertel Meilen Rennen von denen das Quarterhorse schließlich seinen Namen bezog. Kaum jemand konnte sich ein Pferd zum reinen Vergnügen leisten, und so musste das Quarterhorse beides bestreiten: Arbeit und Rennen.

Etwa in der Mitte des 19. Jahrhunderts begann sich so also ein Pferdetyp herauszukristallisieren, bei denen die englischen Hengste Janus, Steel Dust und Blackburns Whip großen Einfluss hatten.

Das Quarter Horse heute

Seine typischen Eigenschaften hat sich das Quarterhorse bis heute erhalten. Es gilt als nervenstark, robust, wendig und schnell, aber auch kräftig und arbeitswillig. Die 1,45m bis 1,60m großen Pferde kommen in allen Farben vor und sind an ihrem kurzen Kopf mit den freundlichen Augen, sowie der stark bemuskelten Hinterhand gut zu erkennen. Wer es dennoch nicht so mit der Rassenunterscheidung hat, dem sei gesagt, dass die American Quarterhorse Association (AQHA) angibt, dass 9 von 10 auf Westernturnieren vorgestellte Pferde Quarterhorses seien.

In Amerika wird es heute auf Turnieren, aber auch noch zur Farmarbeit eingesetzt. So sind die Pferde auch bekannt für ihren sogenannten „Cow Sense“, also den Sinn für das Rind, den sie vermutlich noch von ihren iberischen Vorfahren geerbt haben. Das ohnehin als lernstark und intelligent geltende Quarter Horse, denkt bei der Rinderarbeit eigenständig mit und reagiert blitzschnell auf Ausweich- oder Wendemanöver des Viehs.

Während die AQHA schon 1940 gegründet wurde, kamen die ersten Quarter Horses erst etwa 30 Jahre später nach Deutschland, wo sie heutzutage aber beachtlicher Weise 35.000 Exemplare zählen.

Quarter Horse Farben und Paint Horse

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Offiziell sind beim Quarter Horse alle Farben vertreten. Diese weichen aber in Häufigkeit und Bezeichnung von den in Europa gängigen Farbschemata ab. So findet man neben Füchsen (im Quarter Jargon: „Sorrel“) besonders häufig die Farbe „Buckskin“, einen mehr oder weniger hellen Sandton mit vielen Schattierungen. Schecken jedoch waren lange Zeit unerwünscht und konnten nicht registriert werden. So entstand das Paint Horse, die „bunte“ Variante des Quarter Horses, welche mittlerweile eine eigene Fangemeinde um sich schart. Mit dem Siegeszug der Genforschung jedoch, verschwand auch der Vorbehalt gegen Schecken, so lange beide Elternteile eingetragene Quarter Horses sind.

Quarter Horse Typen

Das Quarter Horse gilt als leicht zu trainieren und vielseitig, dennoch haben sich mit der Zeit unterschiedliche Zuchtziele herauskristallisiert. So unterscheidet man heute je nach Vorfahren und Schwerpunkt zwischen verschiedenen Linien, so zum Beispiel Cow und Reining Horses, welchen dem ursprünglichen Typen „Foundation Horse“ noch am nähsten kommen. Heraus sticht mittlerweile die Pleasure und Hunter Typ, der stark vom Englischen Vollblut beeinflusst ist, und auch eher wie eine besonders muskulöse Variante dieses Sportpferdes wirkt.

Weiterführendes

Wer sich nun vom „Quarter Virus“ ein wenig hat infizieren lassen, der findet weitere Informationen auf den Seiten der amerikanischen und deutschen Quarter Horse Associations. Wer dann noch nicht genug hat, für den erscheint jeden Monat das Westernreit Magazin „Quarter Horse Journal“.

Eine Antwort auf Klasse Rasse!: Quarter Horse
  1. Das ist eine wirklich schöne Rasse.

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