Gabriele Boiselle Bildbände de

Pferdefotos zum Durchblättern

Jeder kennt sie, die schönen Pferdekalender von Gabriele Boiselle (Equine Blog berichtete). Ein ganzes Jahr lang erfreut man sich auf 12 Kalenderblättern jeden Monat eines neuen, wunderbaren Pferdemotivs. Doch was, wenn man nicht so lange warten möchte? Wer hat nicht schon mal einen neuen Kalender neugierig durchgeblättert, oder zumindest auf die Rückseite gesehen, um sich einen Eindruck aller Bilder zu verschaffen?

Für all jene die mehr Pferd auf einmal haben möchten, für all die gemütlichen Kaminabende, oder das Zusammensein mit Freunden hat die Edition Boiselle ein weiteres Highlight im Angebot: Foto Bildbände im großen 34 x 42 cm Format, mit bis zu 448 Seiten geballter Pferdeschönheit in Format füllenden Bildern.

Buch 1: Das Arabische Vollblut

In ihrem ersten Buch widmet sich Gabriele Boiselle ihren fotografischen Wurzeln: den Arabischen Vollblütern. Auf 320 Seiten präsentiert sie die edle Pferderasse von ihrer schönsten Seite. Und das rund um die Welt! Kapitel für Kapitel arbeitet sich Frau Boiselle Regionsweise von Gestüt zu Gestüt durch.

Der jeweilige Aufnahmeort ist am Bildrand oder auf der Folgeseite vermerkt, bei Hengstportraits werden auch die Namen mit angegeben. Beides kann in einem separaten Index nachgeschaut werden, um gezielt Aufnahmen im Buch zu finden. Für Araberfreunde also ein kleines Nachschlagewerk. Doch auch für solche, die sich weniger intensiv mit der Rasse beschäftigen, bietet das Buch mit seinen eindringlichen und stimmungsvollen Fotos – die sich oft über die komplette Doppelseite erstrecken und somit wahnsinnige 68 x 42 cm erreichen – eine echte Bereicherung.

Gerade auch die Internationalität des Buches vermittelt ein echtes Weltreise Flair. So findet der Leser erst Marbacher Fohlen im Schnee tobend, um dann einige Seiten später drei weiße Hengste in unverkennbar spanischem Blütentraum wieder zu finden, und noch etwas später vor die monumentalen Tore Petras zu gelangen, vor denen ein Hengst und sein orientalischer Führer spektakulär posieren.

Frau Boiselle stellt mit diesem Buch einmal mehr heraus, dass die unvergleichliche Schönheit der Araber nicht nur Träume aus 1001 Nacht bereichert, sondern die Orte rund um den Globus auf ihre jeweils ganz eigene Art schmückt.

Die Araber Weltreise führt durch
  • Europa
  • Nordafrika und naher Osten
  • Nord- und Südamerika
  • Südafrika und Australien
  • Mittlerer Osten

Neues Buch: Die schönsten Pferde der Welt

Das aber nicht nur Araber ihren Reiz haben, möchte Gabriele Boiselle in ihrem zweiten Buch verdeutlichen. Wieder geht es einmal um die Welt, diesmal jedoch orientiert an den wichtigsten Pferderassen in ihren Heimatländern. So erwarten einen feurige PREs in typisch spanischer Kulisse, Isländer in der bezaubernd rauhen Natur ihrer Heimatinsel und Knabstrupper untern ihren barock gekleideten Reitern. Auch wenn sich Frau Boiselle in diesem Buch zum Teil eher dem Offensichtlichen, Klischeehaften zuwendet, verliert sie nicht den Blick für das Besondere.  So wird jeder Abschnitt mit Detailaufnahmen der traditionellen Umgebung bereichert, wie der kunstvoll verzierten Decke der Wiener Hofreitschule oder einem vor einem schmiedeeisernen Gipfelkreuz grasenden Haflinger.

Doch das Buch würde seinem Namen “Die schönsten Pferde der Welt” nicht gerecht, fände man nicht neben den ganz “Großen”, wie Friesen, Haflingern, PREs und natürlich auch hier Arabern noch andere tolle, aber weniger bekannte Rassen. So entführt uns das Buch zum einen nach Sardinien, mit seinen prunkvoll geschmückten sardischen Pferden, die so sicher bisher die wenigsten gesehen haben, und fliegt mit uns einmal um den Globus in die exotischen Gefilde der indonesischen Sumba Ponies.

Überhaupt nimmt neben der jeweiligen Region, die Präsentation der Pferde in landestypischem Schmuck immer einen beträchtlichen Teil der Fotos ein und dem Leser wird einmal mehr deutlich, dass jedes Pferd schön ist, und jede Region stolz, und prunkvoll seine Tiere präsentiert. So liest, oder besser “schaut” sich der Bildband nicht nur als Überblick über die Vielfalt der Pferde, sondern auch als folkloristische Weltreise, die die Gemeinsamkeiten und Unterscheide der Pferdewelt deutlich macht.

Einen ersten digitalen Blick in das Buch könnt ihr hier werfen.

Durch dieses Buch reist ihr zu den
  • PREs (Spanien)
  • Haflingern (Italien/Südtirol)
  • Wildpferden Namibias
  • Friesen (Niederlande)
  • Lipizzanern (Wiener Hofreitschule/Österreich)
  • Berbern (Marokko)
  • Maremmanos (Italien)
  • Knabstruppern (Dänemark)
  • Western Pferden (USA)
  • Isländern (Island)
  • Sardischen Pferden (Italien)
  • Europäischen Zugpferden (hauptsächlich Deutschland)
  • Criollos (Latein Amerika)
  • Arabern  (-)
  • Deutschen Sportpferden (Deutschland)
  • Lusitanos (Portugal)
  • Sumba Ponies (Indonesien)

Fazit

Beide Bücher sind für sich ein Highlight. Wer kein besonderer Araberfan ist, ist sicherlich mit dem neuen Buch “Die schönsten Pferde der Welt” besser bedient, da es themenbedingt eine größere Vielfalt zeigt. Mir gefällt an beiden Bücher der Reisecharakter. Ob nun mit verschiedenen Rassen oder anhand des arabischen Vollbluts entsteht durch die Bücher ein lebendiger Eindruck der Pferdewelt, der uns das Pferd auf jeweils ganz unterschiedliche und teilweise bisher ungesehene Weise nahe bringt. Dabei sorgt das ausladende Format selbstredend für einen besonders intensiven Eindruck.

Leider entpuppt sich hier auch das einzige kleine Manko der Bücher. Während die neueren Fotos in der Größe mit gestochen scharfen Details, wie einzelnen Haaren in der wallenden Haflinger Mähne beeindrucken, gibt es unter den älteren Aufnahmen die ein oder andere, die sich nicht so kunstvoll in die satten 68 cm schmiegt und in Sachen Schärfe und Brillianz aus moderner Sicht doch ein wenig zu wünschen übrig lässt. An dieser Stelle wird deutlich, dass das Pferd (und der Pferdefreund) gegenüber dem Foto (und Fotografen) im Vordergrund stehen.

Angesichts der Zielgruppe sicherlich nicht unbedingt eine falsche Entscheidung, auch wenn ich vermutlich an diesen Stellen auf eine formatfüllende Darstellung der nach wie vor beeindruckenden Fotos verzichtet und sie statt dessen etwas kleiner abgebildet hätte. Das sind jedoch Einzelfälle auf wenig(st)en Seiten.

Wer berührende und vielseitige Pferdefotos sehen möchte, der ist bei der Edition Boiselle nach wie vor voll und ganz an der richtigen Adresse.

Apropros Adresse: zu Beziehen ist das Buch über Pferdesporthaus Krämer.

Salim

Eine Antwort auf Gabriele Boiselle Bildbände
  1. Hallo :-)
    Ich finde eure Einträge richtig toll, und es freut mich immer wieder eure Einträge zu lesen.

    LG Jana&Winni
    http://reitertagebuch.blogspot.de/

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